Die 10 Richtlinien für benutzerfreundliche Mobile Apps

Die meisten der aktuellen Apps auf dem Markt für mobile Endgeräte haben interessante Ideen und Ansätze. Der Erfolg bleibt bei vielen jedoch aus. Warum? Gründe dafür sind Mängel in der Konzeption und eine schlechte Bedienbarkeit der Apps.

Die häufigsten Stolpersteine sind:

  1. Textverlinkungen, die sich von den restlichen Informationen nicht eindeutig abheben,

  2. Buttons sind für die Navigation mit den Fingern zu klein,
  3. Bilder sind zu groß, um auch bei schwacher Netzabdeckung unproblematisch geladen zu werden oder
  4. Texte sind zu lang und damit unpraktisch, um sie auf einem kleinen Monitor zu lesen.

Häufig werden Richtlinien der Bedienbarkeit aus dem Bereich der Desktop-PCs angewendet, die auf mobilen Geräten oft genau das Gegenteil bewirken.

Für mobile Anwendungen gelten deutlich striktere Richtlinien. Zum einen ist die Bildschirmgröße eines Smartphones natürlich sehr viel kleiner. Schon allein dadurch müssen Einsparungen im Detailgrad der Darstellung vorgenommen werden. Unterwegs weicht das Informationsbedürfnis der Nutzer eines mobilen Endgerätes deutlich gegenüber dem Informationsbedürfnis zu Hause oder vor dem PC ab.

Diesen abweichenden Nutzungskontext und das damit einhergehende abweichende Informationsbedürfnis muss bereits bei der Konzeption einer App berücksichtigt werden.

Ein Smartphone wird beispielsweise häufig an Orten mit schlechten Lichtverhältnissen und anderen Stör- und Geräuschquellen verwendet, zum Beispiel in der S-Bahn. Dadurch wird der Benutzer leicht abgelenkt und kann sich nicht wirklich auf die App konzentrieren.

10 Richtlinien für benutzerfreundliche Mobile Apps

Aus diesen grundlegenden Vorüberlegungen zur Usability von Apps lassen sich daher folgende zehn Richtlinien ableiten.

1. Erfahrungen des Benutzers beachten

Die Bedienung der Benutzeroberfläche „seines“ Gerätes hat der Nutzer bereits erlernt. Warum dann nicht Standardelemente aus den jeweiligen Betriebssystemen für die eigene App-Oberfläche verwenden?

2. Auf das Notwendige reduzieren

Der Bildschirm eines mobilen Endgerätes ist sehr klein. Nutzen Sie ihn deshalb voll aus, aber überfüllen Sie ihn nicht. Gewichten Sie die angebotenen Informationen und halten Sie sich an das KISS-Prinzip (Keep it short and simple.). Informationen die nur aus „unternehmenspolitischen Erwägungen“ auf der App landen haben dort nichts zu suchen. Die muss dem Nutzer dienen und darf nicht zu einer ungenutzten Investition verkommen.

3. Sichtbare Elemente sindnicht zwingend auch gut bedienbare Elemente

Auch wenn ein Button leicht als solcher zu erkennen ist, kann ein benachbarter Button die Bedienung erschweren.

4. Interaktive Elemente stark hervorheben

Sogenannte Call-To-Action Elemente müssen dem Nutzer sofort ins Auge springen. Werden Telefonnummern angezeigt, sollte der Anruf nach einer kurzen Rückfrage automatisch aufgebaut werden. Zwingen Sie Ihren Nutzer nicht dazu, sich die Nummer rausschreiben zu müssen, um sie dann manuell anzuwählen.

5. Hohe Kontraste einsetzten

Geringe Kontraste sind vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen und Spiegelungen auf der Displayoberfläche fatal für die Bedienung.

6. Nutzer unterstützen und klare Feedbacks geben

Lädt Ihre App gerade etwas im Hintergrund nach, teilen Sie es dem Benutzer durch eine kurze Meldung mit. Versuchen Sie den Nutzer stets unter die Arme zu greifen, da er meistens ungeduldig ist. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Autovervollständigung bei der Suche?

7. Eingaben vereinfachen

Wenn der Nutzer Formularfelder ausfüllen muss, sollten ihm die im Smartphone hinterlegten Nutzerdaten zur automatischen Vervollständigung angeboten werden.

8. Gerätespezifische Funktionen konsequent verwenden

Sie sollten da, wo es Sinn macht, die Funktionen eines Smartphones ausnutzen. Bei der Berechnung einer Route kann als Startpunkt automatisch die aktuelle GPS-Position ermittelt werden. Um den Nutzer jedoch nicht zu bevormunden, sollte diese Voreinstellung weiter editierbar sein.

9. Testen Sie die App während des Entwicklungsprozesses mit den Nutzern.

Die App sollte während ihrer Entstehungszeit möglichst kontinuierlich unter der Einbeziehung der Nutzer und oben genannten Kriterien getestet werden.

10. Beobachten Sie Nutzer und ihr Bedienungsverhalten.

Es ist sinnvoll Nutzer unter alltäglichen Bedingungen und Situationen in ihrem Nutzungsverhalten zu beobachten und Ergebnisse schlüssig in die App-Gestaltung einfließen zu lassen. Die Berücksichtigung dieser Richtlinien kann Ihnen helfen, die Bedienbarkeit Ihrer App zu erhöhen.

Den Erfolg Ihrer App können die Richtlinien jedoch nicht garantieren. Dafür sind die genauen Kenntnisse der künftigen Nutzer, ihres Nutzungskontextes und ihrer Bedürfnisse erforderlich. Eine noch so bedienbare App floppt, wenn bei ihrer Konzeption wesentliche Nutzerfaktoren vernachlässigt wurden. Hervorragende Beispiele dafür sind die zahlreichen Versicherungsapps. Jede Versicherung hat eine, doch die Nutzungszahlen sind mäßig. Der Grund: Otto-Normal-Verbraucher ist selten mit all seinen Versicherungen bei einer Gesellschaft.

Im Schadensfall müsste er sich also daran erinnern, welche Versicherung für seinen Schadensfall zuständig ist, wissen wo er diese Versicherung abgeschlossen hat und dann auch noch die passende App auf seinem Handy installiert und nicht schon längst gelöscht haben. Mit Bedienbarkeit hat das also nicht wirklich etwas zu tun.

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