Energieeffizienz und Energieeinsparungspotenziale bei Versorgern und Stadtwerken durch Digitalisierung

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Die Erhöhung von Energieeffizienzen durch die Steigerung des Digitalisierungsgrades

Krisenhafte Ereignisse der Vergangenheit und Gegenwart führen uns stets vor Augen: Die Abhängigkeit von internationalen Lieferbeziehungen und Kooperationen im Bereich der Energiewirtschaft und vor allem der Energieträgerversorgung führen oft dann zu Verwerfungen, wenn Interessen einzelner Partner aufgrund geopolitischer oder ökonomischer Faktoren kollidieren und langfristige Verträge scheitern.

Die Energieeinsparung als Grund für Digitalisierungsprojekte

Eine Lösung zur Unterstützung oder Steigerung der Autarkie von derartigen Beziehungen oder Phänomenen kann die Bestrebung zur Weiterentwicklung des Digitalisierungsgrades von Energieversorgern sein. Insbesondere können mittels digitalisierter Prozesse Strompreise, Leistungen und Kundenansprache individueller angepasst werden, was zu einer höheren Produktivität der Energiewirtschaft führt. Zudem kann sie im Bereich der Energieerzeugung die stärkere Vernetzung der Sektoren ermöglichen, was wiederum zu einer größeren Flexibilität im System führt und die Notwendigkeit des Vorhaltens von Reserven verringert (vgl. International Energy Agency, Digitalisation & Energy, 2017). Gleichwohl stellen sich durch die Digitalisierung des Energiesektors auch Fragen zur Cyber-Sicherheit, zum Datenschutz (Darstellung am Beispiel von Digital Services unter: Kundenorientierung im Spannungsfeld zwischen Digital Services und Datenschutzanforderungen) und fortwährend zu möglichen Auswirkungen auf die Anforderungen an die Mitarbeitenden.

Die zielgerichtete Digitalisierung der Energieversorger sollte insbesondere auf der Nutzung von Effizienzen durch Energieeinsparungen und Synergien basieren. Dies wurde bei vergleichenden Befragungen von Unternehmen – also Kunden der Energiedienstleister – aus verschiedenen Branchen deutlich, die in den vergangenen Jahren Digitalisierungsprojekte durchgeführt haben (vgl. BMWi, Schwerpunktstudie Digitalisierung und Energieeffizienz 2020, S. 16). In der Reihenfolge der Gründe für die Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen rangierte das Ziel der Energieeinsparung bislang nur unter den 5 wichtigsten. Daneben wurden ebenso Kunden- und Gesetzesanforderungen, Innovationsdruck und sonstige Kosteneinsparungen benannt. Tendenziell wird sich dieses Bild aufgrund der Kostensteigerungen der zurückliegenden Monate fundamental ändern und die Einsparung von Energie zum wichtigsten Grund lancieren. Hierauf sollten speziell die Systeme und internen Prozesse der Energieversorger vorbereitet sein, um den Kundenanforderungen gerecht zu werden. Aber auch die möglichen eigenen Optionen zur Nutzung von Einsparpotenzialen rücken vermehrt in den Vordergrund der unternehmerischen Entscheidungen von Energiedienstleistern.

Der Einsatz von Smart Technology im Gebäudebereich

Denn vielfach wird betont, dass die Digitalisierung enorme Potenziale im Bereich der Energieoptimierung besitzt. Dies gilt insbesondere für den Gebäudebereich, welchem sowohl bei der Erreichung der energie- als auch klimapolitischen Ziele eine Schlüsselfunktion zukommt. Auf den Gebäudebereich entfallen rund 35 Prozent des Endenergieverbrauchs in Deutschland und rund ein Drittel der Treibhausgasemissionen (vgl. BMWi, Energieeffizienzstrategie Gebäude, 2015). Deshalb startete die Bundesregierung eigens eine „Energieeffizienzstrategie Gebäude“ mit dem Ziel eines weitreichend klimaneutralen Gebäudebestands bis 2050.
Indem die Energieversorger eine Vielzahl von unterschiedlichen Funktions- und Wirtschaftsgebäuden vorhalten (müssen), kann die Digitalisierung nicht nur zur Unterstützung der Umsetzung dieser Strategie sondern zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der Versorger entscheidend beitragen. Die Einsatzmöglichkeiten reichen von der frühen Planungsphase von Gebäuden und Anlagen – durch die Digitalisierung des Planungs- und Bauprozesses mithilfe von Building Information Modeling (BIM) – bis hin zu einem optimierten und intelligenten Energiemanagement in Gebäuden – durch sogenannte „Smart Building“-Technologien. Ferner bieten innovative Ansätze im Bereich der systemübergreifenden Vernetzung von Anlagen, Prozessen und Gebäudeteilen eine immer effizientere Überwachung, Steuerung und Regelung von kompletten Prozessen. Insgesamt können über digitales Energiemanagement sowohl eine Vielzahl neuer Einsparpotenziale erschlossen als auch neue Dienstleistungen bereitgestellt werden (vgl. BMWi, Energieeffizienzstrategie 2050, 2019). Eine zentrale Voraussetzung für die erfolgreiche Realisierung dieser Potenziale besteht daher zunächst in der individuellen Auseinandersetzung der Unternehmen mit ihren Möglichkeiten zur Steigerung der Energieeffizienz.

Prozessanalyse und strategische Digitalisierungsbegleitung

Energieversorger sind demnach gut beraten, interne Prozesse im Hinblick auf die Automatisierung, die Einbindung von Künstlicher Intelligenz usw. zu untersuchen, um bspw. noch exakter Betriebsdaten zu erfassen und die Optimierung von Betriebsabläufen zu ermöglichen bzw. permanent zu kontrollieren. Dennoch hängen die konkreten Potenziale zur Steigerung der Energieeffizienz von den spezifischen Bedingungen in jedem einzelnen Versorgungsunternehmen sowie externen Faktoren ab. Nutzen Sie daher gezielt die langjährige Expertise von QUANTIC Digital im Bereich der strategischen Digitalisierung von Energieversorgern und Stadtwerken und betrachten Sie mit uns gemeinsam Ihre Möglichkeiten.

Ansprechpartner*in

Björn Friedrich

Senior Consultant Sales

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